Ausstellung Juliane Batthyány: Wiener Kinos

Von 7. April bis 8. Juli 2022 präsentieren wir im Treffpunkt Lerchenfeld rund 30 Fotos aus der umfangreichen fotografischen Dokumentation erhaltener historischer Wiener Kinos der in Wien lebenden Fotografin Juliane Batthyány.

Zur Ausstellung
Vor weit über zehn Jahren begann die in Wien lebende Fotografin Juliane Batthyány, noch erhaltene historische Wiener Kinos zu dokumentieren. Aus der ursprünglichen Idee, eine „kleine Fotodokumentation, vielleicht auch eine Ausstellung“ zu machen, wie Batthyány 2010 in ihrem Band Wiener Kinos. Vom Alltag und Überleben der kleineren Filmtheater erzählte, wurde bald ein Dokumentationsprojekt, das bis heute anhält. Auslöser war ein Spaziergang durch die Innere Stadt gewesen und ein zufälliger Blick auf ein Kino, das gerade abgerissen wurde: das 1911 gegründete Imperial Kino, das kurz zuvor für immer geschlossen hatte. „Stühle wurden vor die Tür gestellt, Maschinen entsorgt. Und ich habe mir in diesem Moment gedacht, wie schade das eigentlich ist“, erinnerte sie sich später an den Beginn ihrer fotografischen Dokumentation historischer Wiener Kinos. Seit 2008 ist Batthyány eine Geschichtenerzählerin über Wiener Kinos geworden. Ihre Geschichten, in Fotografien gegossen, erzählen von den „großen“ Zeiten der Kinos dieser Stadt wie von ihrem Wandel und ihrem Verschwinden, das vielfach unscheinbar und unbeachtet geschah und in der Rückschau eine schmerzhafte Lücke im Alltagsleben so mancher Straße dieser Stadt gerissen hat.
Manche der vorerst zwischen 2008 und 2010 dokumentierten Kinos existieren zurzeit nicht mehr oder befinden sich im Wandel, wie das Bellaria Kino, andere wurden seither gänzlich umgestaltet, wie das Haydn Kino. Umso schöner war die Einladung des Phoibos Verlages für eine Neuauflage zehn Jahre nach dem Erscheinen ihres ersten Fotobandes, in der sich viele der einstigen Fotografien wiederfinden, einiges an Fotomaterial sich aber auch verändert hat.
2022 ist es schließlich an der Zeit, eine weitere lange zurückliegende Idee der Künstlerin wieder aufzugreifen und eine Ausstellung mit ausgewählten Fotografien des neuen Bandes zu präsentieren.
Im Zentrum stehen dabei Bezirkskinos, die wir uns nicht aus unseren „Grätzeln“ und unserem Alltagsleben wegdenken können und wollen. Kinos, die teilweise über 100 Jahren bestehen und auf vielfach aufregende und ungekannte Geschichten zurückblicken. Kinos, die wesentlichen Anteil für ein reges und kommunikatives Bezirksleben hatten – und haben.
Die Ausstellung führt einem Spaziergang durch das Universum „Wiener Kino“ gleich über unterschiedliche Portalsituation in das Foyer. Von hier aus geht es in den Zuschauerraum und bietet einen Einblick in die geheimnisvollen Welten der Kinoperateur:innen. Den Abschluss bilden eine Reihe von Fotografien über lieb gewonnene Details und überraschende Kleinode aus der Geschichte der Wiener Kinos.
Die ausgestellten rund 30 Werke stellen nur einen Bruchteil der so wichtigen persönlichen fotografischen Dokumentation an, die Juliane Batthyány in der letzten Dekade zu Wiener Kinos zusammengetragen hat. Das Team der Lebendigen Lerchenfelder Straße freut sich sehr, in Kooperation mit der Künstlerin diese kleine Auswahl im Treffpunkt Lerchenfeld einer breiten Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen.

Bellaria Kino, 1070 Wien

Zur Künstlerin
Juliane Batthyány wurde 1974 geboren. Sie studierte Ethnologie und Afrikanistik in Wien und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris sowie Fotografie in Florenz. Es folgten Assistenzen bei Gregor Khuen-Belasi in Wien und bei diversen Fotografen in New York, unter anderen bei William Claxton. Juliane Batthyány gestaltete Buchcover für internationale Verlage; seit 2008 widmet sich die in Wien lebende Fotografin der Dokumentation bestehender Wiener Kinos. Fotoreportagen (2002–2006): Jolly Stifte Österreich; BPW Ungarn; Käserei in den Dolomiten; Holztürenproduktion in Simbabwe; Tabakproduktion in Simbabwe; Bananenplantagen und -vermarktung in Südafrika; Baustellen; die Schädel- und Büstensammlung Franz-Joseph Galls (Sammlung Rollett, Baden); Ungarn nach der Wende; der historische Hörsaal der Wiener Poliklinik. Preise: Bilder der Wissenschaft 2008, 3. Preis, FWF, Wien; PH21 Gallery Photo Award 2021, Budapest. Veröffentlichungen: Viktor Frankl, Mariannengasse 1. Eine Bildbiographie (Tyrolia, 2005), Kinos in Wien. Vom Alltag und Überleben der kleineren Filmtheater (Sutton, 2010), Wiener Kinos. (Phoibos 2021).

Vernissage:
6. April, 18.30 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin und Vertreter:innen der beiden Bezirke

Ausstellung:
7. April bis 8. Juli 2022
Die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Treffpunkt Lerchenfeld sowie nach Vereinbarung zu besuchen. Terminvereinbarungen unter: +43/(0)1/890 01 20 oder +43/(0)699/104 62 830

Treffpunkt Lerchenfeld, Lerchenfelder Straße 141, 1070 Wien

Beruf und Berufung in der Lerchenfelder Straße: Menschen mit Pioniergeist und Vision erzählen über ihre Motivation, ihre Leidenschaft für die Josefstadt und ihre Überzeugung für Einzelhandel und Serviceleistungen im Achten.

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